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Sieh, ich starb als Stein....  

(nach einem Gedicht von Maulâna Jalâluddîn Rûmî und der Übersetzung von Friedrich Rückert) (2002)

Mezzosopran, Flöte (wechselnd mit Piccolo), Klarinette in A, Trompete, Schlagzeug

8 Minuten

- aufgenommen in die United Phoenix Records (2015) -

Diese Kammerkantate, entstanden 2002, ist auf diversen Konzertprogrammen erschienen, wie beim Festival "KlanGriffe" (2003), den Europäischen Kulturtagen Karlsruhe (2003), im Rahmen der Tage für ekmelische Musik Salzburg (2011) und 2009 in der Basler Gare du Nord.

2001 beschäftigte ich mich für einige Zeit mit persischer Grammatik und war auf diesem Wege , den persischen Originaltext aus dem 13. Jahrhundert zu vertonen. Das Werk ist dem Sprach- und Islamwissenschaftler Prof. Dr. Georg Bossong gewidmet, der mich gewissermaßen zu dieser zweiteiligen Komposition inspirierte und dem ich bei der Interpretation des Persischen große Hilfe verdanke.

Der hierbei beschriebene mystische Weg des Entwerdens steht am Beginn jeder Einweisung im Sufismus, der mystischen Richtung des Islam. Im 19. Jahrhundert verlieh Friedrich Rückert diesem Gedicht eine eigentümlich romantisch-deutsche Fassung. Die zweiteilige Satzanlage bietet eine Art musikalischer Übertragung der jeweils eigenen Ausdrucksmittel dieser eng vewandten indoeuropäischen Sprachen und ihrer fast identischen Botschaft. Der melodische Gestus wurde dabei an die jeweilige Sprache angepasst.

Rückert entschied sich gegen eine Übersetzung der letzten beiden Verse aus Rûmîs Gedicht. Ich vertonte sie daher am Ende des zweiten (“deutschen”) Satzes in Form eines Epilogs in der Originalsprache. Die letzten Worte, in-nā ‘ilayhi raĝi ̉ūn, (“fürwahr, zu Ihm kehren wir zurück”), eingeleitet durch die persische Konjunktion ké, stammen aus dem Koran.