DIe Namen der Wüste

2004

(nach einem Essay von Raoul Schrott)

Flöte, Oboe, Klarinette / Bassklarinette, Klavier, Streichtrio

38 Minuten

'fawaza'

 

 

Dieses Werk in sechs Sätzen wurde als Ganzes 2005 im ZKM Karlsruhe uraufgeführt und erklang teilweise bereits in einer Konzertreihe der Badischen Staatskapelle. Es entstand unter den Einflüssen meiner jewils etwa dreimonatigen Aufenthalte in der Türkei und Ägypten zwischen 2003 und -04 und berührt meine intensive Beschäftigung mit nahöstlichen maqām-Formen. Es schließt in einer Adaption des Osmanischen Pešrev, in einer Art Stilübung, die ich in der Türkei komponierte mit dem Ziel, diese Form in einer Brückenbildung zwischen Heterophonie und Mehrstimmigkeit zu erforschen. Der erste Satz zitiert eine Komposition im maqām “Būselik” von Prinz Dimitri Cantemir (18. Jahrhundert), und der zweite, schnelle Satz, spielt auf das ostanatolische Oyun Havası (“Luftspiel”) an, ein Genre aus der Volksmusik, ausgeführt durch ein Doppelrohr-Instrument und eine große Trommel, die hier im harmonischen Hintergrund des Ensembles angedeutet wird.

Der dritte Satz, Desertum, wurde ursprünglich für Flöte und Klavier konzipiert und erklang zum Mal durch Andrea Ritter und Markus Stange beim Festival KlanGriffe 2003 in Karlsruhe, wonach es bis heute durch verschiedene andere Interpret(inn)en zur Aufführung kam. Ich verwirklichte später meinen Wunsch, diesen Satz als umfangreiches Orchesterwerk zu bearbeiten, und in dieser Form wird es 2010 oder 2011 beim Festival Éclat durch das Radio-Symphonieorchester Stuttgart erscheinen.

   HOME ZURÜCK english